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Geschichte

Der kleine Ort hieß im Mittelalter Netichn. Er wird bereits 1112 urkundlich erwähnt. Ein 1255 in einer Urkunde Heinrichs von Kuenring-Weitra als Zeuge genannter Ernst von Netich weist auf einen damals bereits existierenden Adelssitz hin. Interessant ist, dass Waidhofen an der Thaya (heutige Bezirkshauptstadt) erst im Jahre 1171 erstmals urkundlich erwähnt wurde. 

 

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts gehörte dieser Hans von Traun, der ihn dem Ungelter von Waidhofen als Lehen überlassen und 1385 zurückbekommen hatte. Es muss sich dabei um jene Burg gehandelt haben, die oberhalb der Kirche lag und 1430 von den Hussiten zerstört wurde.

 

Von dieser kleinen Wehranlage ist heute nur mehr der einstige Halsgraben im Gelände zu erkennen. Pilgrim von Puchheim benützte im 16. Jahrhundert die Mauern der Ruine als Baumaterial für die Errichtung eines neuen Schlosses in der Ortsmitte. 1693 wird das Dorf erstmals als „Vesten Eden“ bezeichnet, woraus der Name Vestenötting wurde

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Durch seine Gattin, Johanna Katharina Guldenmüller von Guldenstein gelangte Wolf Augustin Graf Auersperg in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in den Besitz des Schlosses. Im 19. Jahrhundert wurde das Gut zur  benachbarten Herrschaft und dort  lebenden Grafen Gudenus angeschlossen, wobei Schloss Vestenötting bis zur Jahrtausendwende  als Sitz der Forstverwaltung genutzt wurde.

 

Es handelt sich hierbei um einen  zweigeschossigen Dreiflügelbau, der im 18. Jahrhundert barock verändert wurde. In der Mitte der langgestreckten Vorderfront springt ein zweiachsiger dreigeschossiger Viereckturm mit einem mächtigen barocken Zwiebelhelm vor. Die aus dem 18. Jahrhundert stammenden Fassaden werden durch Putzbänder gegliedert. Die Fenster des ersten Stocks weisen gerade Verdachungen auf. Die Innenräume sind noch sehr original und unverbastelt erhalten. Einige Zimmerdecken sind mit barocken Profilen verziert. Die Erdgeschoßräume sind zum Teil tonnengewölbt.

 

Der Südflügel diente Wirtschaftszwecken und ist etwas kürzer und leicht schräg gestellt. Er beherbergte eine Mühle, die aber längst in einen Schuppen umgewandelt wurde. Das Schloss ist von einer spätbarocken Hofmauer umgeben, die in der Mittelachse zu zwei, mit Steinvasen gekrönten Torpfeilern einschwingt.

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